Probleme mit heimischen Pflanzen

  • Hallo Foris,
    ich habe nun mehrmals versucht heimische Algen und Pflanzen aus der Ostsee in Kultur zu nehmen. Leider gibt es immer wieder Probleme damit- einige Zeit halten sie - doch in der Regel kommt es sehr schnell zur Stagnation. Ich habe eine Menge ausprobiert, eine Lösung habe ich nicht wirklich. Seegras, Laichkraut, Blasentang usw. gehen nicht. Einige Grünalgen wachsen aber nicht so wie ich mir das vorstelle.
    CO2, Licht, Karbonathärte, Dünger, Temperatur, Salzgehalt habe ich variiert. Viele Dinge die mit Nordsee Organismen funktionieren, klappen einfach nicht mit dem Ostseeaquarium. Ich habe bis jetzt "gute" Salze aus dem Handel im Einsatz, dennoch habe ich den Eindruck es fehlt immer etwas. Nur was? Selbst in den Zoos kann man mir keine Auskunft geben, abgesehen davon, dass man kaum ein "bepflanztes" Ostsee Aquarium sieht.
    Kann mir jemand einen Tip geben?
    LG Dietmar

  • Hallo Carsten,
    zu warm war es da nie. Im Winter konnte ich die Temperaturen auf unter 10°C längere Zeit halten, im Sommer maximal 24°C und das auch nur kurze Zeit. Wenn man die Pflanzen in Strandnähe oder relativ flachem Wasser oder auch im Bodden findet, sind die Temperaturen nicht wesentlich abweichend.
    Aufgefallen ist mir nur, dass es scheinbar ein Problem mit den synthetischen Salzen zu geben scheint. Solange das einige Tage Naturwasser verfügbar war gab es keine Probleme oder erkennbare Defizite. Die Dichte in der die Algen und Pflanzen gesammelt wurden, betrug 1.010 bei 18°C.
    Ich habe das über 5 Jahre probiert auf die Reihe zu bekommen. Einiges geht ganz gut aber einiges nicht. Leider sind das die begehrteren Sorten.
    Ich habe was gelesen über den Bestandteil der Komponenten im Brackwasser, deren Zusammensetzung erheblich von dem natürlichen Seewasser abweicht, es liegt eine Ionenverschiebung vor. Nicht wie wenn man normales Seewasser verdünnt.
    Momentan habe ich nur einen theoretischen Lösungsansatz mit einer starken Erhöhung von Kalium. Auch im Botanischen Garten konnte man mir keine Auskunft geben, obwohl man da plant Seegräser zu halten.
    LG Dietmar

  • Ich war letztlich im Ozeaneum in Stralsund. Dort haben sie praktisch nur Seegras in den Becken und eher moderaten bis keinen Algenbewuchs.
    In einem Becken ist eine großblättrige Pflanze, die aber stark mickerte, eher einzugehen schien.
    Insgesamt sind dort sehr wenige Pflanzen, was den tatsächlichen Verhältnissen zu entsprechen scheint.


    Auch das Seegras schien mir so, als würden sie es regelmäßig ersetzen. Es war überwiegend mit einem Stein etc befestigt oder so eingesetzt, dass es nicht natürlich gewachsen scheint.


    Es scheint, als hätten auch die Profis Probleme, obwohl sie das "Originalwasser" vor der Tür haben.


    Insgesamt ist die Ostsee, was das Wasser angeht, sehr ungleichmäßig. Im westlichen Teil ist z. B. der Salzgehalt deutlich höher als im äußersten Norden und Osten. Insgesamt ist sie ein sehr junges Meer und hat praktisch noch keine endemischen Tiere und Pflanzen.
    Für Süßwasserlebewesen (Tiere und Pflanzen) ist sie zu salzig, für Meerwasserlebewesen in weiten Teilen nicht salzig genug.


    Der Besuch des Ozeaneums in Stralsund lohnt sich und bildet ;) 
    Zwei Bilder in meiner Galerie.

  • Hallo cws,
    ich habe Deine Galeriefotos angeschaut die Du mir dankenswerterweise eingestellt hast. Nun das sind keine Seegräser. Das Ozeaneum ist bekannt für seine Plastinate...
    Nun auch diese Variante habe ich gemacht um mir die Illusion eines natürlichen Anblicks zu geben. Leider kann ich momentan auf meine CD nicht zugreifen, da würdest Du sehr leicht den Unterschied sehen. Ich habe sehr viele Bilder und ärgerlicherweise kein CD Laufwerk um sie zu zeigen!
    Das mit dem Salzgehalt ist mir bekannt. Mein Sammelgebiet ist deshalb die Wismarbucht und die Insel Poel. Hier gibt es viele Meerwassertiere und Pflanzen um ein Aquarium gut zu bestücken.
    Endemische Arten sind nur ganz wenige- so wie einige Characeae oder Blaualgen. Die letzten Armleuchteralgen die ich gesehen hatte, waren in meiner Kindheit in den Boddengewässern und vor Zingst. In der Wismarbucht soll es welche geben, ich habe sie in den letzten Jahren noch nie zu Gesicht bekommen.
    Doch zurück zu meinem Problem. Warum gehen die Pflanzen in kurzer Zeit ein? Ich mache Kopfstände um das herauszufinden. Mir scheint es eher so, dass irgendein Bestandteil im Salz oder im Dünger im begrenzten Raum Aquarium schnell das limitierende Element ist.
    LG Dietmar
    Im Internet sind einige Veröffentlichungen von meinem Aquarium zu finden. Einer der wenigen Link die noch funktionieren wäre dieser hier:
    Ich hoffe es iim Forum gestattet?
    LG Dietmar