Hemirhamphodon tengah, ein "eierlegender Lebendgebärender"

    • Hemirhamphodon tengah, ein "eierlegender Lebendgebärender"

      Hallo zusammen,

      nachdem wir nun "Tengah" als neues Mitglied herzlich begrüßen können, möchte ich auf den herrlichen und faszinierenden gleichnamigen Fisch aufmerksam machen.
      Ich habe ihn auch erst vor kurzem bewußt wahrgenommen!

      Einen schönen Beitrag von Professor Greven aus Düsseldorf findet man hier:

      Universität Düsseldorf: Biologie

      Nicht vom Englisch abschrecken lassen, sind Farbbilder und eine deutsche Zusammenfassung im Text enthalten!

      Kann "Tengah" uns mehr zu diesen Fischen - und aus eigener Anschauung/Erfahrung - berichten?

      Gruß

      Erich
    • Hallo Erich

      Sicher kann ich ein bisschen aus meiner (wenn auch die Fische noch nicht so lange bei mir sind) Erfahrung berichten. Im Gespräch mit Alexander Dorn während der IGL Tagung erfuhr ich , das ich die Fische doch unter ganz anderen Bedingungen (erfolgreich ,denn ich habe mitlerweile Jungfische) halte als er das tut.
      Ausserdem halte ich noch Hemirhamphodon pogonognathus (ein lebendgebährender Halbschnäbler ) ,wo ich schon die erste Paarung beobachten konnte.
      Fotos und etwas mehr Beschreibung folgen am We. Jetzt muss ich erst mal etwas Aquaristik betreiben ......

      mfg
      Mathias

      p.s. schön das sich noch jemand für Halbschnäbler interessiert. Welche HS Arten pflegst du/bzw. hast du so gepflegt ?
    • Hi

      Hier noch was zu den tengah.....
      Wie angekündigt möchte ich mal hier "meine Methode" zur Erbrütung und Aufzucht von H.tengah ,und ausserdem mein Zuchtsetup vorstellen
      Meine Methode in Anführungsstrichen, denn meine Vorgehensweise fußt im Grunde genommen auf das ,was ich von Michael Schlüter als Hinweise mitbekommen habe (Danke nochmal für diese schönen und interessanten Fische),sowie den Zuchtbericht zu dieser Art in der Amazonas Nr.16 .
      Meine Fische (6 Stück davon 2-3 Männchen) sind in einem zu 3/4 befülltem 50*35*30 cm Becken ,im Becken ist kaum Strömung (da nur ein kleiner Topffilter in Betrieb ist) ,sowie eine starke Oberflächenbepflanzung (Lemna ,Ceratopteris cornuta) ,die Temp. beträgt 26° ,das Wasser hat einen LW von ca. 30-50µsm ,ph liegt bei ca. 5.0 . Im Becken ist kein Bodengrund ,nur einige Eicheblätter ,das Wasser ist klar (ohne irgendwelche Huminstofffärbung) ,ausserdem sind noch 2 Laichmops aus dunkelgrüner Synthetikwolle im Becken . Das Aquarium wird mäßig beleuchtet (auf dem ganzen Regelboden von 1m Länge ist nur eine 18w LSR in Betrieb) .
      Die Tiere müssen laut Literatur nicht so weich/sauer gehalten werden ,eine Haltung soll auch im mittelhartem Wasser möglich sein .
      Die Fische bekommen bei mir weiße Mücke ,div. mittelgrobes/grobes Tümpelfutter (das was sich in den gröbsten Sieben des Hobbysets findet) ,und Artemia. Gefressen wird alles was sich im Freiwasser und ander Oberfläche bewegt. Man kann die Fische wohl auch an Trockenfutter gewöhnen ,wurde mir jedenfalls so gesagt.
      So gepflegt legen meine Schnäbler wöchentlich eine Anzahl Eier (10-20 Stk) in die Laichmops ,sowie auch in den Hornfarn ab.
      Nach dem absammeln werden die Eier ,je nach Entwicklungsstand , entweder in Torf gelagert (die noch wenig entwickelten Eier) ,oder gleich in ein Plastikschälchen verfrachtet (welches im Zuchtbecken schwimmt).
      Die Eier im Torf sollten regelmäßig kontrolliert werden ,um über die Larvenentwicklung im Bilde zu sein. Das Schälchen sollte regelmäßig gereinigt werden ,wobei das bei mir nur alle 4-5 Tage geschieht (bisher sind aber auch erst wenige Eier verpilzt).
      Sobald die Larven geschlüpft sind ,kommen sie in ein größeres Plastikgefäß ,mit <5cm Wasserstand . Darin verbleiben sie bis der Dottersack aufgezehrt ist ,und die ersten Artemia gefressen werden. Danach kommen die Jungfische in ein 12 Becken (mit knapp 10cm Wasserstand) . Dort ist auch noch ein Sprudelstein installiert ,der dafür sorgt das die Artemianauplien immer wieder zur Wasseroberfläche gespült werden . Das Wasser hat einen Lw. von ca. 200µsm ,und ist nicht gar so sauer wie im Elternbecken. Ausserdem habe ich einen Heizer installiert, um auf mind. 26°C Wassertemperatur zu kommen .
      In diesem Becken verbleiben die Jungfische bis der Schnabel richtig zu wachsen beginnt ,dann setze ich sie in ein 45l Becken um (in diesem Becken schwimmen meine Boraras spec. South Thailand). Hier werden sie dann bis zur entgültigen Abgabegröße gepflegt ,ev. je nach Anzahl der Jungfische ,kann ich sie aber auch noch auf andere Becken verteilen.
      Meine Zuchtiere sind übrigens nicht besonders agressiv untereinander ,bis auf gelegentliches Drohen passiert da gar nichts . Ich habe aber von einem anderen Halter gehört das sich die Fische auch ernsthaft verletzen könne ,und sehr agressiv untereinander sein sollen.

      Hier noch einige Fotos:



      Man sieht gut wie groß die Eier sind ,nämlich gut 2 mm .



      Hier mal Laich in verschiedenen Entwicklungsstadien ,sind die im Ei befindlichen Larven schon so stark pigmentiert ,wie die 3 auf dem Bild ,ist es höchste Zeit sie in ein Schälchen mit Wasser zu tun.



      Hier mal ein Torfansatz ,wichtig ist es regelmäßig den Entwicklungsstand der eier zu kontrollieren ,ausserdem sollte der Torf immer genügend feucht sein. Verpilzungen treten bei dieser Lagerung kaum auf .



      Hier ein ca. 3 Tage alter Jungfisch ,der Dotersack ist noch nicht ganz abgebaut . SRY für die Fotoqualität



      Ein Jungfisch mit schon gut entwickeltem Schnabel ,in dieser Größe schwimmen die bei mir schon eine weile in einem 45l Becken.
      Sry die Fotoqualität ist nicht die beste ,sowohl technisch ,als auch von meinen Fähigkeiten bin ich da etwas eingeschränkt.

      mfg
      Mathias
    • Hi

      Danke für das Lob. Klar könnt ihr den Bericht ins Lexikon packen ,ev. kommt demnächst noch etwas zum Verhalten der Schnäbler dazu. Ausserdem werde ich noch genaue Daten zur Eientwicklung rausfinden ,in dem ich das ganze mal genauer dokumentiere.

      @Wolfgang Auf das Angebot komme ich gern zurück. Mein Problem ist das ich nur ungenügende Ausleuchtungsmöglichkeiten habe ,und zu wenig vorrausplane ,sprich mich (und die Fische)nicht wirklich gut auf die Fotosession vorbereite. Ausserdem besitze keine richtigen Blitz (vorallem keinen entfesselten) ,meine Kamera (ein 6 Jahre alte FujiFinepix S602 ) hat aber gute Makrofähigkeiten . Da lässt sich mit etwas besserem Setup (Fotobecken ,stärkerer Beleuchtung) bestimmt noch etwas mehr rausholen.

      Für die nächsten Monate ist zwar eine neu Kamera geplant ,ev. eine gebrauchte Nikon D80 ,oder eine neue Canon g10, wobei dann bei der ersten ja noch Makroobjektiv und Blitz dazukommen müssen. Aber sicher macht nur bessere Technik keine besseren Bilder.

      mfg
      Mathias
    • Hallo. Ich bin der Sven aus Schwedt. Ich bin durch einen Freund auf dieses Forum aufmerksam geworden und der Bernd hat mich auch animiert mal mehr zu lesen. Danke Bernd.
      Ich begeisterte mich jetzt seit kurzem für Halbschnelhechte. Ich finde Form , Farbe und Verhalten einfach super.
      Jetzt noch noch diesen Bericht gelesen und freue mich noch andere hier gefunden zu haben.

      Gruß sven